Einkommensteuer Rechner Österreich 2026
Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.
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Einkommensteuer für Selbstständige in Österreich berechnen
In Österreich zahlst du als Selbstständige Einkommensteuer auf deinen Gewinn — nicht auf deinen Umsatz. Der Tarif ist progressiv: Ab dem Existenzminimum geht es bei 0% los und steigt in 6 Stufen bis 55% Spitzensteuersatz. Dieser Rechner zeigt dir, was nach Einkommensteuer für dich übrig bleibt — auf Basis der Tarifstufen 2026.
Die Einkommensteuer-Tarifstufen 2026 (vereinfacht)
Stand 2026 sind die Tarifstufen (jährliches Einkommen):
- bis 13'308 €: 0% (steuerfrei)
- 13'308 € – 21'617 €: 20%
- 21'617 € – 35'836 €: 30%
- 35'836 € – 69'166 €: 40%
- 69'166 € – 103'072 €: 48%
- 103'072 € – 1'000'000 €: 50%
- über 1'000'000 €: 55%
Wichtig: Diese Sätze sind Grenzsteuersätze — sie gelten nur für den Einkommens-Teil über der jeweiligen Schwelle. Ein Einkommen von 50'000 € versteuerst du also nicht komplett mit 40%, sondern stufenweise.
So funktioniert dieser Rechner
Du gibst dein steuerbares Jahreseinkommen ein (Gewinn nach SVS und allen Betriebsausgaben — nicht Umsatz!). Der Rechner kalkuliert die Einkommensteuer nach dem progressiven Tarif und zeigt:
- Einkommensteuer in € absolut
- Effektiver Steuersatz in Prozent
- Netto-Einkommen nach Steuer
- Grenzsteuersatz: bei welchem Prozent du auf den nächsten verdienten Euro besteuert wirst
Beispielrechnung: 50'000 € steuerbares Einkommen
Eine selbstständige Beraterin mit 50'000 € steuerbarem Einkommen:
- 0 € bis 13'308 € (0%): 0 €
- 13'308 € bis 21'617 € (20% von 8'309 €): 1'662 €
- 21'617 € bis 35'836 € (30% von 14'219 €): 4'266 €
- 35'836 € bis 50'000 € (40% von 14'164 €): 5'666 €
- Gesamtsteuer: 11'594 €
- Effektiver Steuersatz: ca. 23,2%
- Netto nach Steuer: ca. 38'406 €
Bei jedem weiteren Euro Einkommen zahlst du 40% Grenzsteuer — bis du die 69'166 €-Schwelle erreichst, ab der 48% greifen.
Was zählt zum steuerbaren Einkommen?
Steuerbares Einkommen = Gewinn nach allen Betriebsausgaben.
Vom Bruttoumsatz darfst du absetzen:
- Geschäftskosten: Büro, Software, Reisen, Fortbildung, Telefon, Internet
- SVS-Beiträge (als Betriebsausgabe abzugsfähig)
- Pflichtversicherungen (Berufshaftpflicht, ggf. Krankentaggeld)
- Anlagegüter über AfA (Abschreibung): Computer, Möbel, Auto anteilig
- Pauschalierung (Basispauschalierung, branchenspezifische Pauschalen)
Zusätzlich gibt es Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen, die in der ESt-Erklärung geltend gemacht werden — z.B. Kirchenbeitrag (bis 600 €), private Pensionsversicherung (begrenzt), Krankheitskosten über Selbstbehalt.
Der wichtigste Hebel: Gewinnfreibetrag (GFB)
Selbstständige können bis zu 15% ihres Gewinns als Gewinnfreibetrag geltend machen — bis maximal 46'400 € pro Jahr.
- Bis 33'000 € Gewinn: Grundfreibetrag 15% automatisch (max. 4'950 €).
- Über 33'000 €: zusätzlicher investitionsbedingter Freibetrag — voraussetzungsfähig durch Anschaffung begünstigter Wirtschaftsgüter oder Wertpapierkäufe.
Beispiel: 60'000 € Gewinn → 15% = 9'000 € Gewinnfreibetrag. Davon 4'950 € automatisch, 4'050 € via Investitionen oder Wertpapiere. Steuerersparnis bei 40% Grenzsteuer: 3'600 €.
Termine und Fälligkeiten
- Steuererklärung Frist: 30. April (Papier) oder 30. Juni (FinanzOnline) des Folgejahres. Steuerberater bekommen bis Anfang März darauf.
- Vorauszahlungen: Quartalsweise per 15. Februar / 15. Mai / 15. August / 15. November — auf Basis der letzten Veranlagung.
- Schlusszahlung / Gutschrift: Nach Veranlagung Differenz fällig oder Rückzahlung.
Häufige Fehler bei der ESt in Österreich
Umsatz statt Gewinn versteuern. Klingt banal, passiert aber laufend bei Erstselbstständigen — Umsatz ist nicht steuerbar, sondern Gewinn (Umsatz minus Betriebsausgaben minus SVS).
SVS vergessen abzusetzen. Die SVS-Beiträge sind Betriebsausgabe und voll abzugsfähig. Wer das vergisst, zahlt zu viel Steuer.
Gewinnfreibetrag nicht ausgenutzt. Über 33'000 € Gewinn lässt sich der investitionsbedingte GFB nur nutzen, wenn entsprechend investiert wird — sonst verfällt das Potenzial. Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Fonds) zählen!
Pauschalierung blind nutzen. Die 12%/6% Basispauschalierung ist einfach, aber rechnet oft schlechter als die tatsächlichen Betriebsausgaben. Vorher prüfen, was besser ist.
Pauschalierung: für wen sie sich rechnet
Die Basispauschalierung erlaubt 12% (manche Berufe 6%) der Betriebseinnahmen pauschal als Betriebsausgaben. Voraussetzung: Umsatz unter 220'000 € im Vorjahr.
Sinnvoll für:
- Berufe mit geringen tatsächlichen Kosten (z.B. Texter, Übersetzer ohne Büro)
- Anfänger, die Buchhaltung minimieren wollen
Nicht sinnvoll für:
- Berufe mit hohen Kosten (Werbeagenturen, Berater mit grossem Büro)
- Tools mit hoher Vorsteuer (Software, Hardware)
Rechne beide Varianten parallel durch — und nimm die günstigere.
Steueroptimierung für österreichische Selbstständige
- Gewinnfreibetrag voll ausnutzen (auch über 33'000 € hinaus durch Wertpapiere).
- Investitionen vor Jahresende vorziehen — senkt den Gewinn im laufenden Jahr.
- Steueroptimierte Rechtsform prüfen: Ab gewissen Gewinnniveaus (ca. 80'000 €+) lohnt sich oft die Umwandlung in eine GmbH (KöSt 23%).
- Pensionsvorsorge nutzen: Bis 1'200 €/Jahr aus dem Gewinn als Sonderausgabe absetzbar (eingeschränkt), zusätzlich SVS-Pension.
Fazit
Die österreichische Einkommensteuer ist progressiv und komplex — aber mit dem Gewinnfreibetrag und gezielten Investitionen lässt sich die Belastung spürbar senken. Nutze diesen Rechner für deine grobe Steuerschätzung — und sprich für die jährliche Optimierung mit einem Steuerberater, der für jeden Euro investiertes Honorar mehrfach Steuern sparen kann.
Häufige Fragen
Sind die Werte für Österreich aktuell?
Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.
Werden meine Eingaben gespeichert?
Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.
Ersetzt das einen Steuerberater?
Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.