Umsatzsteuer Rechner Österreich 2026
Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.
💡 Empfohlene Tools für Selbstständige
Buchhaltung & Rechnungen für Deutschland
Der Marktführer für Selbstständige
Empfehlungslinks — wir erhalten eine kleine Provision
Umsatzsteuer Österreich — netto, brutto, USt berechnen
Die österreichische Umsatzsteuer (USt) hat drei Standard-Sätze: 20% Normalsteuersatz, 10% reduziert (Lebensmittel, Bücher, Mieten) und 13% für besondere Leistungen (Beherbergung, Kultur, Tierhaltung). Wer als Selbstständiger Rechnungen schreibt oder bezahlt, muss diese Sätze beherrschen. Dieser USt-Rechner für Österreich konvertiert in beide Richtungen — netto zu brutto und umgekehrt.
Wer muss in Österreich USt abrechnen?
In Österreich gilt seit 2025: Wer mehr als 35'000 € Jahresumsatz macht, ist regulär USt-pflichtig. Darunter greift die Kleinunternehmerregelung (KU) — du bist USt-befreit und musst keine USt abrechnen. Du kannst aber auch freiwillig zur Regelbesteuerung optieren — sinnvoll bei B2B-Geschäft mit hohen Vorsteuerabzügen.
Bis Ende 2024 lag die KU-Grenze bei 35'000 € (vorher 30'000 €). Wer 2024 zwischen 30'000 und 35'000 € umgesetzt hat, ist 2025 also weiterhin KU-fähig (ein bisschen Glück mit der Anhebung).
Die drei österreichischen USt-Sätze im Detail
20% Normalsteuersatz:
- Beratung, Coaching (B2B), Software, Webentwicklung
- Handwerkliche Leistungen, Reparaturen, Dienstleistungen
- Möbel, Elektronik, Kleidung, Geschenkartikel
- Restaurantessen (außer reduzierte Sondersätze)
10% reduzierter Satz:
- Lebensmittel
- Bücher, Zeitungen, Zeitschriften
- Personenbeförderung (Inland)
- Wohnungsmiete
- Medikamente
- Künstlerische Leistungen mit eigener Vortragstätigkeit
13% besonderer Satz:
- Beherbergung (Hotels, Pensionen)
- Eintritte zu Sport- und Kulturveranstaltungen
- Inländische Bahnfahrten erster Klasse
- Tierhaltung, Pflanzen
- Wein vom Erzeuger
0% (steuerbefreit ohne Vorsteuerabzug):
- Bank- und Versicherungsdienstleistungen
- Heilbehandlungen (mit Vorbehalten)
- Vermietung von Grundstücken (mit Option möglich)
So funktioniert dieser USt-Rechner
Du gibst entweder den Nettobetrag (ohne USt) oder den Bruttobetrag (inkl. USt) ein und wählst den passenden Satz. Der Rechner zeigt sofort:
- Den jeweils anderen Wert (Netto ↔ Brutto)
- Den reinen Steuerbetrag in €
- Eine Übersicht für alle drei Sätze parallel
So kannst du z.B. prüfen, ob auf einer Rechnung der ausgewiesene USt-Betrag korrekt ist.
Beispielrechnung: Rechnung B2B
Eine selbstständige Marketing-Beraterin stellt eine Rechnung über 3'000 € Honorar (netto) an einen österreichischen Kunden:
- Nettobetrag: 3'000,00 €
- USt 20%: 600,00 €
- Rechnungstotal: 3'600,00 €
Der Kunde überweist 3'600 €. Davon meldet die Beraterin 600 € als USt ans Finanzamt, der Kunde holt sich dieselben 600 € als Vorsteuer zurück. Wirtschaftlich neutral.
Brutto zu Netto rechnen (Reverse)
- Netto = Brutto / 1,20 (bei 20% Normalsatz)
- Netto = Brutto / 1,10 (bei 10% reduziert)
- Netto = Brutto / 1,13 (bei 13% besonderer Satz)
Beispiel: Bruttobetrag 1'200 € → Netto = 1'200 / 1,20 = 1'000 € → USt = 200 €.
Kleinunternehmerregelung: Pro und Contra
Vorteile:
- Keine USt auf Rechnungen — du bist ohne USt-Aufschlag günstiger als die Konkurrenz, was im Privatkundengeschäft (B2C) ein Wettbewerbsvorteil ist.
- Keine USt-Voranmeldungen — administrativ schlank.
- Keine Vorsteuer-Abrechnung — Rechnungen ohne USt sind buchhalterisch einfacher.
Nachteile:
- Keine Vorsteuer-Erstattung — du zahlst auf alle Eingangsrechnungen die USt selbst (Software, Büro, Hardware). Bei hohem Materialaufwand teuer.
- Wahrnehmung als "Hobby": Manche B2B-Kunden bevorzugen Lieferanten mit USt-Ausweis als professioneller wahrgenommen.
- Wachstumsschwelle: Beim Überschreiten der 35'000-€-Grenze wirst du rückwirkend USt-pflichtig — und musst die ohne USt verkauften Leistungen nachversteuern.
Faustregel: B2C mit geringen Vorsteuern → KU sinnvoll. B2B mit hohen Vorsteuern → regulär besser.
Vorsteuerabzug nutzen
Als regulär USt-pflichtige Selbstständige kannst du die USt aus Eingangsrechnungen als Vorsteuer geltend machen. Beispiel:
- Du kaufst Software für 1'200 € brutto (inkl. 200 € USt 20%)
- Du machst monatlich 50'000 € Umsatz mit 20% USt → 10'000 € USt-Schuld
- Die USt-Schuld verringert sich um die Vorsteuer: 10'000 − 200 = 9'800 €
Wichtig: Vorsteuer gibt es nur bei ordnungsgemässen Rechnungen mit allen Pflichtangaben (UID-Nummer, Rechnungsdatum, Leistungsbeschreibung, USt-Ausweis).
USt-Voranmeldung: Monatlich oder quartalsweise?
- Monatliche Voranmeldung (UVA): bei Vorjahresumsatz über 100'000 €
- Quartalsweise Voranmeldung: bei Vorjahresumsatz unter 100'000 €
Frist jeweils der 15. des übernächsten Monats (z.B. USt für Januar ist am 15. März fällig). Bei Verspätung gibt's Säumniszuschläge.
Reverse-Charge bei EU-B2B
Wenn du als österreichische Selbstständige einer Firma in einem anderen EU-Land Rechnung stellst (z.B. ein deutsches Unternehmen), gilt Reverse-Charge:
- Du stellst die Rechnung ohne USt aus.
- Du gibst auf der Rechnung an: "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers".
- Du musst die UID-Nummer des Kunden prüfen und auf der Rechnung anführen.
- Der Kunde versteuert die Leistung in seinem Heimatland selbst.
Dazu musst du eine Zusammenfassende Meldung (ZM) monatlich oder quartalsweise einreichen.
Häufige Fehler bei der österreichischen USt
Kleinunternehmer-Schwelle übersehen. Wer im laufenden Jahr 35'000 € überschreitet, ist sofort USt-pflichtig — auch rückwirkend für die schon gestellten Rechnungen. Cashflow-Schock möglich.
Vorsteuer ohne UID-Nummer. Eine Rechnung ohne UID-Nummer des Lieferanten ist formal mangelhaft → Vorsteuerabzug verwehrt.
Reverse-Charge falsch angewandt. Wer an EU-B2C verkauft (Endverbraucher in Deutschland), darf NICHT Reverse-Charge nutzen — sondern muss die deutsche USt abführen (OSS-Verfahren).
USt-Konto leer lassen. Wer die eingenommene USt für laufende Ausgaben nutzt, hat zur Fälligkeit (15. des übernächsten Monats) ein Cashflow-Problem. Praxis-Tipp: USt-Anteile sofort auf separates Konto buchen.
Fazit
Die österreichische USt ist mit 20% Normalsteuersatz im EU-Mittel — und mit 35'000 € Kleinunternehmergrenze deutlich grosszügiger als noch vor wenigen Jahren. Nutze diesen Rechner für schnelle Umrechnungen — und überprüfe einmal pro Jahr, ob KU oder Regelbesteuerung für dich besser passt.
Häufige Fragen
Sind die Werte für Österreich aktuell?
Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.
Werden meine Eingaben gespeichert?
Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.
Ersetzt das einen Steuerberater?
Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.