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Stundensatz Rechner Deutschland 2026

Berechne deinen Stundensatz inklusive Einkommensteuer, GKV/PKV und realistischer Auslastung.

Dein Stundensatz
73,84 €
Fakturierbare Stunden / Jahr
1144
Benötigter Umsatz
84.472,25 €
Krankenvers. / Jahr
14.717,25 €
Einkommensteuer + Soli
13.755,00 €
Effektive Steuerlast
23,4 %

Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.

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Stundensatz für Freelancer in Deutschland — was musst du wirklich verlangen?

Wer in Deutschland selbstständig oder freiberuflich arbeitet, kennt das Phänomen: Im Angebot stehen 70 €/h, das klingt für den Kunden okay. Am Jahresende stellt sich heraus: Nach Einkommensteuer, GKV/PKV, Geschäftskosten und unbezahlten Akquise-Stunden bleibt netto weniger übrig als als Angestellter mit 50.000 € Brutto. Dieser Rechner zeigt dir den echten Stundensatz, den du als deutscher Freelancer verlangen musst — mit allen Abgaben für 2026.

Warum dein Angestellten-Brutto kein Maßstab ist

Als Angestellter teilst du dir die Sozialabgaben in Deutschland mit deinem Arbeitgeber — er übernimmt rund 20% on top. Du selbst zahlst etwa 20% von deinem Brutto für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Dazu kommt: Du hast bezahlten Urlaub, bezahlten Krankenstand, Lohnfortzahlung, und der Arbeitgeber finanziert deine Rente teilweise mit.

Als Selbstständiger trägst du alle Kosten selbst und hast kein Sicherheitsnetz für Urlaub und Krankheit. Wer 50.000 € Brutto als Angestellter in 50.000 € Umsatz übersetzt, hat sofort 15.000-20.000 € weniger netto.

Was alles in den Stundensatz eingerechnet werden muss

  • Einkommensteuer: Progressiv von 0% (bis 12.348 € Grundfreibetrag 2026) bis 45% (ab 277.826 €). Im Mittelfeld zahlst du 14-30% effektiv.
  • Solidaritätszuschlag: Nur noch bei höheren Einkommen relevant (greift ab ca. 75.000 € steuerbarem Einkommen).
  • Kirchensteuer: 8-9% der ESt, wenn konfessionsangehörig.
  • Krankenversicherung:
    • GKV freiwillig: ca. 16-18% des Einkommens (Mindestbeitrag ca. 220 €/Monat).
    • PKV: Tarifabhängig, oft 300-700 €/Monat plus Pflegezusatz.
  • Pflegeversicherung: in GKV/PKV oft schon enthalten oder ca. 3,6%.
  • Rentenversicherung: Für die meisten Freiberufler optional (Ausnahme: Künstlersozialkasse für Künstler/Publizisten; bestimmte Berufe wie Handwerker, Hebammen). Wer nicht einzahlt, muss privat vorsorgen.
  • Geschäftskosten: Büro, Software, Fortbildung, Steuerberater — schnell 6.000-15.000 €/Jahr.
  • Umsatzsteuer: 19% Standardsatz, 7% reduziert (oder Kleinunternehmerregelung bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr, seit 2025).

So funktioniert dieser Rechner

Du gibst:

  • Wunsch-Nettoeinkommen (was du privat brauchst)
  • Geschäftskosten pro Jahr
  • KV-Wahl (GKV oder PKV mit Beitrag)
  • Vorsorge (Rürup, ETF-Sparen)
  • Auslastung (realistisch 60-75%)
  • Urlaubstage und Krankenstandstage
  • Bundesland (für Kirchensteuer)

Der Rechner ermittelt:

  1. Welcher Brutto-Gewinn ergibt nach ESt und KV dein Wunschnetto?
  2. Welcher Umsatz ist nötig (Bruttogewinn + Geschäftskosten + Vorsorge)?
  3. Wie viele fakturierbare Stunden hast du wirklich?
  4. Dein Mindeststundensatz.

Beispielrechnung: 45.000 € Netto in München

Eine selbstständige UX-Designerin in München möchte 45.000 € netto pro Jahr. Sie ist freiwillig GKV-versichert (ca. 6.500 €/Jahr), nicht rentenversicherungspflichtig, zahlt 6.000 €/Jahr in einen Rürup-Vertrag. Geschäftskosten 9.000 €. 5 Wochen Urlaub, 5 Krankenstandstage, 70% Auslastung, 8 Stunden/Tag.

  • Arbeitstage: 5×52 − 5×5 − 9 (Feiertage Bayern) − 5 = 221
  • Fakturierbare Stunden: 221 × 8 × 0,70 ≈ 1.238
  • Nötiger Bruttogewinn (nach ESt+SoliKrV → 45.000 Netto): ca. 67.000 €
  • + Geschäftskosten: 9.000 €
  • + KV-Beitrag (extra, da Sonderausgabe abzugsfähig aber Cashflow): bei Brutto schon mit eingerechnet
  • + Rürup: 6.000 €
  • Nötiger Umsatz: ca. 82.000 €
  • Stundensatz: 82.000 / 1.238 ≈ 66 €/h

Wer also in München mit 50 €/h einsteigt, verdient netto nicht 45.000 €, sondern eher 30.000. Klassischer Underbid.

Deutsche Stundensatz-Benchmarks 2026

Typische Bandbreiten:

  • Texter / Übersetzer: 55-90 €/h
  • Webdesign / Frontend: 70-120 €/h
  • Backend / Cloud / DevOps: 90-180 €/h
  • IT-Beratung: 100-200 €/h
  • Coaching / Therapie: 80-180 €/h
  • Handwerk: 50-90 €/h plus Material

Berlin, München, Hamburg, Frankfurt liegen oft 15-25% höher als ländliche Regionen.

GKV vs. PKV: das ist eine Stundensatz-Frage

Die Krankenversicherung ist für Freiberufler einer der größten Posten.

GKV freiwillig:

  • Beitrag abhängig vom Gewinn (ca. 16-18%)
  • Mindestbeitrag bei niedrigem Einkommen (~220 €/Monat)
  • Höchstbeitrag bei hohem Einkommen (~900-1.100 €/Monat)
  • Familienangehörige gratis mitversichert
  • Begrenzte Wahlmöglichkeiten bei Behandlung

PKV:

  • Beitrag tarifabhängig, oft 300-700 €/Monat zu Anfang
  • Risiko: starke Beitragssteigerungen im Alter
  • Familienangehörige nur gegen Aufpreis
  • Bessere Behandlung, freie Arztwahl
  • Schwierige Rückkehr zur GKV (nur unter bestimmten Bedingungen)

Faustregel: GKV ist gut für Familienleben und niedrige Einkommen. PKV ist besser für Single-Verdiener mit hohem Einkommen — aber nur, wenn die Beitragsentwicklung über 30+ Jahre durchgehalten werden kann.

Häufige Fehler beim deutschen Stundensatz

Sozialabgaben unterschätzt. Viele kalkulieren mit "5.000 €/Jahr für die Krankenversicherung". Realistisch sind bei mittleren Einkommen schon 8.000-12.000 €.

Rentenvorsorge ignoriert. Wer als Freiberufler nicht in eine Rentenkasse einzahlt, hat im Alter nichts. Plane mindestens 10-15% des Gewinns für private Vorsorge (Rürup, ETF, Immobilien).

Kleinunternehmer-Falle. Wer unter 25.000 € Vorjahresumsatz bleibt, kann KU sein. Klingt schlau (keine USt-Abführung) — aber: B2B-Kunden interessieren sich nicht für KU, weil sie ohnehin Vorsteuer ziehen. Und Vorsteuer-Verlust schmerzt.

Pufferzeiten vergessen. Akquise, Buchhaltung, E-Mails, Mahnungen, Weiterbildung — 20-30% unbezahlte Zeit ist normal.

Künstlersozialkasse (KSK) für Kreative

Wer als Künstler oder Publizist (Texter, Grafiker, Fotograf, Musiker, Designer) arbeitet, kann sich über die KSK versichern lassen. Vorteile:

  • Beitrag wie Angestellter (Hälfte des Sozialversicherungsbeitrags)
  • Kunden zahlen die Künstlersozialabgabe (5%)
  • Sehr lukrativ für Kreative

Voraussetzung: Hauptberuflich künstlerisch/publizistisch tätig, Einkommen mindestens ca. 3.900 € pro Jahr. Antrag bei der KSK.

Fazit: Lieber 10 € zu viel als 20 € zu wenig

Der häufigste Fehler beim Stundensatz in Deutschland: zu niedrig einsteigen und dann jahrelang an dem niedrigen Niveau hängen bleiben. Lieber von Beginn an einen Stundensatz nennen, der ESt, KV/PV, Vorsorge und Geschäftskosten sauber deckt — und das mit guter Arbeit rechtfertigen. Nutze diesen Rechner, um deinen persönlichen Mindeststundensatz zu kennen, bevor du das nächste Angebot schreibst.

Häufige Fragen

Sind die Werte für Deutschland aktuell?

Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.

Ersetzt das einen Steuerberater?

Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.